Helmuth Renzler
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Meine REDE zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im Bereich Betreuung und Pflege

HR Alpbach Okt21

Dreier-Landtag am 21. und 22. Oktober 2021 in Alpbach

Rede zum Antrag Nr. 8: Bekämpfung des Fachkräftemangels im Bereich Betreuung und Pflege

 Eingereicht von: Waltraud Deeg, Magdalena Amhof, Helmut Renzler, Gerhard Lanz, Jasmin Ladurner

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Sehr geehrte Frau Präsidentin,

verehrte Landeshauptleute von Tirol, Südtirol und dem Trentino,

geschätzte Kolleginnen und Kollegen,

zunächst muss gleich zu Beginn meiner Stellungnahme festgestellt werden, dass wir Abgeordneten aller drei Länder uns derzeit mit einer der größten Krisen seit Ende des 2. Weltkrieges befassen müssen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist einerseits eine besondere Herausforderung für uns alle, andererseits müssen wir unbedingt alles versuchen, um die Pandemie so gut wie möglich zu überstehen. Wir können in diesen Zeiten nicht normal unsere Tätigkeiten als Abgeordnete weiterführen, sondern tragen eine ganz besondere Verantwortung.

Die Aufgabe der Politik ist es, optimale Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass unsere Bürgerinnen und Bürger ihr Leben eigenverantwortlich, solidarisch, dem Gemeinwohl untergeordnet nach eigenen Vorstellungen gestalten können.

In diesem Zusammenhang ist der von meinen Kollegen der Südtiroler SVP- Fraktion Deeg, Amhof, Ladurner, Lanz und mir eingereichte Antrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im Bereich Betreuung und Pflege für mich sehr wichtig, denn hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Sichere Arbeitsplätze und eine angemessene Anerkennung der Arbeit haben oberste Priorität. Hier müssen wir Akzente setzen. Und zugleich müssen wir auch die pflegerische Grundbetreuung gewährleisten.

Nun, wir kennen alle die aktuellen demografischen Entwicklungen und die fortlaufenden Änderungen der Familien- und Arbeitsmarktstruktur. Und wir wissen alle, dass in Zukunft die Anzahl der pflegebedürftigen Personen deutlich zunehmen wird, während gleichzeitig die Pflege- und Betreuungsmöglichkeiten innerhalb der Familien zurückgehen werden. Daraus folgt, dass im Laufe der nächsten Jahre immer mehr Menschen auf die Unterstützung professioneller Pflege- und Betreuungsdienste angewiesen sein werden.

In den Pflege- und Betreuungsdiensten geistert jedoch seit längerem das Schreckgespenst „Fachkräftemangel“ herum. Dem müssen wir massiv entgegenwirken. Und hier sehe ich ein großes Potenzial, wenn unsere drei Länder Tirol, Südtirol und Trentino gemeinsam dagegen ankämpfen.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen, wir sind hier gefordert, vernetzt und gemeinsam zu handeln. Und dies sowohl in Hinsicht auf die Ausbildung der Pflege- und Betreuungskräfte als auch in Bezug auf den Austausch zu Maßnahmen und Strategien zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in diesem Bereich.

Wir wissen alle, dass die Gehälter der Pflege- und Betreuungskräfte zu gering sind. Und das ist nicht nur in Südtirol ein Problem, sondern auch in unseren beiden Nachbarländern. Hier muss unbedingt nachgebessert werden. Neben Gehaltsaufbesserungen könnte man auch weitere Möglichkeiten andenken, um die Bediensteten zukünftig zu unterstützen und ihre Arbeit wertzuschätzen. So könnte man neue Konzepte andenken, wie beispielsweise die Zurverfügungstellung von Wohnungen für das Personal.

Weiters müssen wir auch versuchen, den Konkurrenzkampf zwischen den Ländern bei der Anwerbung von Personal einzubremsen. Es kann nicht sein, dass wir uns die Fachkräfte gegenseitig abwerben. Mit dieser Strategie ist mittelfristig niemanden geholfen, und am allerwenigsten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflege- und Betreuungsdiensten.

Und dann ist noch ein weiterer Punkt, den es dringend zu lösen gibt, nämlich die Studientitelanerkennungen. In diesem Zusammenhang nehme ich auch Südtirol mit in die Pflicht. Die Verwaltungen müssen alles tun, damit diese Verfahren zum Erhalt der Anerkennungen zukünftig vereinfacht werden.

Unter Berücksichtigung meiner Ausführungen ist es wichtig, dass sich der Dreier Landtag heute darauf einigt, Initiativen zu ergreifen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Deshalb erlauben Sie mir abschließend, die im Antrag angeführten Initiativen nochmals zusammenzufassen, nämlich die Stärkung des gegenseitigen Austausches und Entwicklung von gemeinsamen Strategien und Maßnahmen zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im Bereich Betreuung und Pflege einerseits und die Überprüfung der Möglichkeiten der Stärkung der grenzübergreifenden Anerkennung von Ausbildungsnachweisen und Berufsqualifikationen andererseits.

Im Sinne einer gemeinsamen, länderübergreifenden Vorgehensweise ersuche ich euch, werte Kolleginnen und Kollegen, hiermit diesem Antrag zuzustimmen.

Vielen Dank

 

Alpbach, am 21. Oktober 2021                        Abg. Helmuth Renzler

 

Foto: Landtag/Werth

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