Helmuth Renzler
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ArbeitnehmerInnen fordern Recht auf Gebrauch der Muttersprache

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ArbeitnehmerInnen fordern Recht auf Gebrauch der Muttersprache

Die SVP-ArbeitnehmerInnen kritisieren anlässlich des „Internationalen Tages der Muttersprache“ am 21. Februar, dass in Südtirol und ganz besonders der hiesige Staatsdienst die gesetzlichen Bestimmungen zum Gebrauch der deutschen Sprache im Verkehr mit den Bürgern nur mangelhaft respektiert.

Das Recht auf den Gebrauch der deutschen Sprache im Verkehr mit der öffentlichen Verwaltung ist ganz genau geregelt. Das Dekret des Präsidenten der Republik vom 15. Juli 1988, Nr. 574 (Durchführungsbestimmungen zum Sonderstatut für die Region Trentino-Südtirol) besagt, dass alle Organe und Ämter der öffentlichen Verwaltungen und Körperschaften mit Sitz in Südtirol den Gebrauch der deutschen und italienischen Sprache gewährleisten müssen. Dies gilt beispielsweise für den Staat, die Region, das Land, die Bezirksgemeinschaften, die Gemeinden und ähnliche öffentliche Körperschaften, das Regierungskommissariat, die Einnahmenagentur, die Finanzämter, die Zollämter, die Banca d’Italia, das Staatsarchiv, die Rundfunk-Anstalt Südtirol (RAS), die Handelskammer, das Nationale Institut für Sozialfürsorge (INPS), das Nationale Arbeitsunfallversicherungsinstitut (INAIL), das Rote- und Weiße Kreuz, den Sanitätsbetrieb, die Gerichtsbehörden mit Sitz in Bozen zweiter Instanz mit Sitz in Trient, die Polizeikräfte, das Personal der militärischen Einrichtungen, die Carabinieri, die Finanzwache und auch jene Unternehmen die als Konzessionäre öffentlicher Dienstleistungen – wie etwa die Etschwerke, Stadtwerke, Müllabfuhr (SEAB) oder Betreiber öffentlicher Transportdienste (SAD) tätig sind.

„In ganz vielen Bereichen wird diese Regelung respektiert und angewandt. Immer wieder aber und noch viel zu häufig kommt es vor, dass zum Beispiel in Krankenhäusern, bei der Post oder bei der Polizei die Dienste nicht dementsprechend organisiert sind“, bemängelt der Vorsitzende Helmuth Renzler.

Abgesehen davon, dass auch immer sämtliche Unterlagen in italienischer und deutscher Sprache zur Verfügung gestellt werden müssten, fehle in vielen Einrichtungen auch der schriftliche Anschlag, dass die Bürger der Provinz Bozen das Recht auf Verwendung der Sprache ihrer Zugehörigkeitsgruppe haben.

Weiters sei nun ein schon seit vielen Jahren bestehender Missstand die Tatsache, dass der telefonische Kundendienst bei beispielsweise Post, Einnahmenagentur oder auch INPS schlussendlich nur in italienischer Sprache gewährleistet werde.

„Die UNESCO hat im Jahr 2000 diesen Gedenktag zur „Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit“ eingeführt. In Südtirol wissen wir schon seit vielen Jahrzehnten um unsere sprachlichen Barrieren. Die öffentlichen Ämter und Organe sollten mit gutem Beispiel vorangehen, die Zweisprachigkeit in Südtirol vorrangig und ernsthaft umsetzen und somit ihren Pflichten zur Gänze nachkommen. Das wird höchste Zeit“, fordert Helmuth Renzler.