Helmuth Renzler
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Kleine Soziallehre: Sozialpartnerschaft

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Sozialpartnerschaft

Der Begriff Sozialpartnerschaft verweist ähnlich wie Konkordanz auf ein Muster kooperativer Beziehungen zwischen Unternehmerverbänden und Gewerkschaften: Die Unternehmer verzichten auf Aussperrung der Arbeitnehmer, die Gewerkschaften auf Streiks. Als Musterbeispiel sozialpartnerschaftlicher Beziehungen galt in der Nachkriegszeit Österreich. Der genuin schweizerische Begriff des Arbeitsfriedens suggeriert eine harmonische Beziehung zwischen den Sozialpartnern und meint im Kern, dass Verhandlungen über Gesamtarbeitsverträge die Arbeitskämpfe ersetzen sollen. Dabei genießen die Sozialpartner große Autonomie in der Ausgestaltung der Verträge. Der Staat tritt lediglich als Schlichter auf. Seit den 1970er-Jahren wird die Sozialpartnerschaft in der Schweiz jedoch von kritischen Gewerkschaftern und seit den 90er-Jahren auch von Unternehmern in Frage gestellt. Beide Parteien betrachten den Verzicht auf Kampfmaßnahmen mehr und mehr als eine Schwächung ihrer Position.

Ludwig Zurbriggen