Helmuth Renzler
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Renzler: Aussagen des Präsidenten des Unternehmerverbands Heiner Oberrauch können nicht unwidersprochen bleiben

SVP - 2021 - Helmuth Renzler - 029 - geschnitten

Der Präsident des Unternehmerverbands Heiner Oberrauch spricht in den Medien davon, den Lohnabhängigen durch die drastische Senkung der Steuern auf die Bruttoentlohnung mehr Nettoentlohnung zu garantieren und sagt dabei: „Die drastische Senkung der Steuern auf Arbeit ist ohne Zweifel die schnellste und effizienteste Unterstützung“. Gleichzeitig sagt er aber auch, dass „ein Anstieg der Arbeitskosten (sprich Lohnerhöhungen) die Inflation weiter anfeuern und potenzieren würde“.

Wissenschaftlich ökonomisch beweisen lässt sich die zweite Behauptung aber nicht, denn Inflation bedeutet deutlich mehr als nur Preissteigerung, nämlich eine vermehrte Ausweitung der Geldmenge insgesamt. Höhere Lohnkosten könnten durch Produktivitätssteigerungen aufgefangen werden. Ordentliche Lohnsteigerungen können sich gesamtwirtschaftlich stabilisierend auswirken, während im Gegenzug zu schwache Lohnsteigerungen schädlich für die Wirtschaft sind. Lohnerhöhungen von 6 bis 8 Prozent sollten somit für das Jahr 2022 in Südtirol kein Tabuthema sein und dies sei es sowohl im Öffentlichen Dienst als auch in der Privatwirtschaft.

„Das Thema kann sicherlich kontrovers diskutiert werden, aber schlussendlich gibt es keine Alternative zu 6 bis 8 Prozent Lohnsteigerungen“, fasst der Landtagsabgeordnete Helmuth Renzler zusammen.

Auch der Fachkräftemangel trägt seinen Teil zur Inflation bei und besonders die in Südtirol zum Glück herrschende niedrige Arbeitslosenrate, denn je höher die Arbeitslosenzahlen sind, desto geringer die Inflation. Durch die geringe Arbeitslosigkeit und den großen Fachkräftemangel ist die Wirtschaft gezwungen, Arbeitskräfte durch die zur Verfügung stellenden Zusatzleistungen wie etwa höhere Löhne, Benefiz-Leistungen oder anderer Sozialleistungen wie Kitas, Betriebsmensen, Firmenautos, usw. anzuwerben und durch diese der Wirtschaft dienlichen Maßnahmen wird die Inflation sicherlich weiter angetrieben.

„Die Verfechter einer Lohn-Preis-Spirale tun sich vermutlich schwer, diese auch genügend zu begründen und verwenden deshalb immer wieder gerne die Stagflation der 70iger Jahre als Beispiel, wobei auch solcherart von Thesen nicht besonders realistisch sind“, führt Renzler aus.

Wirtschaft darf nicht von realen Lohnerhöhungen entbunden werden

Beträchtliche Steuerreduzierungen der Löhne ist sicherlich ein teilbarer Vorschlag aber kurzfristig nicht umsetzbar und deshalb nur als mittelfristiges Ziel anzupeilen. Nicht gekürzt werden darf allerdings bei den Sozialausgaben wie etwa Rentenbeiträgen oder anderer Vorsorgeinstrumenten. Dies gilt sowohl auf Staatsebene als auch auf Landesebene und endbindet somit die Wirtschaft nicht von realen Lohnerhöhungen.

„Es kann und darf nicht sein, dass der Staat und somit auch das Land Steuerreduzierungen vornehmen, um die Kaufkraft der Löhne der arbeitenden Bevölkerung indirekt zu sichern, die Wirtschaft aber gleichzeitig nicht daran denkt, den Lohnabhängigen reale Lohnerhöhungen zuzugestehen, die in Südtirol schon seit geraumer Zeit nicht mehr in Betracht gezogen wurden. Folglich gilt folgender Grundsatz, der absolut notwendig ist: ‚Ausgiebige Steuerreduzierung auf lohnabhängige Arbeit bei gleichzeitiger massiver realer Erhöhung der Löhne durch die Arbeitgeber, wobei man hier nicht mehr nur von einem Inflationsausgleich spricht, sondern effektiv von einer Erhöhung der Reallöhne.‘ Nur eine Kombination dieser beiden Maßnahmen wird zu einer Besserstellung der Lohnabhängigen führen und dies zum Vorteil aller Beteiligten“, bringt es der Landtagsabgeordnete und SVP- Arbeitnehmervertreter Renzler Helmuth schließlich auf den Punkt.

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