Helmuth Renzler
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Renzler plädiert für flexible Renteneintrittsalter

Der Vorsitzende der SVP-ArbeitnehmerInnen und Landtagsabgeordnete Helmuth Renzler erteilt dem Versuch der SVP-Parteijugendorganisation JG eine klare Abfuhr: Die Zukunft der nächsten Generationen wird durch ein flexibles Renteneintrittsalter nicht belastet.

Die von der Jungen Generation in der Südtiroler Volkspartei als Argumentationshilfen für ihre Thesen angeführten Zahlen sind grenzwertig und spekulativ. Im Jahr 2045 sollen bereits 100 aktive Arbeitnehmer für 146 nicht arbeitende Menschen sorgen müssen.

Wahr hingegen ist, dass das Verhältnis zwischen altem (65 und mehr Jahre) und jungen Bevölkerungsanteil (0 –14 Jahren) in Südtirol im Jahr 2014 115,8 und in Italien 154,1 betrug und dieses Verhältnis in Südtirol im Jahr 2050 223,7 und in Italien 262,8 betragen wird. Demgegenüber aber steht das Verhältnis zwischen der Bevölkerung mit 65 und mehr Jahren und der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15 – 64 Jahren), welches in Südtirol im Jahr 2014 28,8 betrug und in Italien 33,1. Im Jahr 2050 wird dieses Verhältnis in Südtirol 56,3 und in Italien 60,8 betragen.

„Diese offiziellen Zahlen des NISF/INPS widerlegen in unmissverständliche Weise die von der Jungen Generation in der Südtiroler Volkspartei aufgestellte Behauptung, dass im Jahr 2045 100 aktive Arbeitnehmer 146 nicht arbeitende Menschen erhalten müssen“, erklärt Helmuth Renzler.

Ebenso zu berücksichtigen ist die Tatsache, dass die durchschnittliche Anzahl der zu erwartenden Lebensjahre einer Person bei Geburt im Jahr 2014 bei den Frauen bei 85,6 Jahren und bei den Männern bei 80,8 Jahren liegt. Dies bedeutet folglich, dass wenn beispielsweise ein Mann mit 62 Jahren mit mehr als 40 eingezahlten Rentenversicherungsjahren in Pension geht, noch durchschnittlich 18 Jahre lang in den Genuss seiner Pension kommt. Wobei er sich wiederum als Lohnabhängiger bei 40 Jahren eingezahlten Rentenversicherungsbeiträgen seine Pension für ungefähr 20 Jahre mit seinen eigenen Geldern bezahlt. Somit also durchschnittlich zwei Jahre länger zahlt als er die Pension effektiv beziehen kann.

Auch die Mähr von der übermäßigen zukünftigen Belastung der jungen Generation und die äußerst unqualifizierte Behauptung, dass in all den Ländern, in denen das Pensionsalter niedrig ist, große wirtschaftliche Schwierigkeiten und Haushaltsprobleme festzustellen sind, kann leicht widerlegt werden. Mann kann sicherlich nicht behaupten, dass in Italien die wirtschaftliche Situation in den letzten Jahren besonders rosig war. Doch liegen die Ausgaben für die Renten in Italien unter dem europäischen Durchschnitt. Italien gibt für seine Renten 13,26 Prozent seines Bruttoinlandproduktes aus, während der europäische Durchschnitt bei 13,4 Prozent liegt. In Dänemark werden 16 Prozent des Bruttoinlandsproduktes für Renten ausgegeben, in Griechenland 17 Prozent, in Deutschland 11 Prozent, in Spanien 10,8 Prozent, in Frankreich 14,5 Prozent, in den Niederlanden 12,9 Prozent, in Österreich 14,6 Prozent, in Schweden 14 Prozent, in Großbritannien 14,3 Prozent, in Norwegen 9,7 Prozent und in der Schweiz 12,3 Prozent usw.

Unverständlich ist in diesem Zusammenhang auch die Position des SVP-Wirtschaftsausschusses, welcher sich vehement gegen flexible Renteneintrittsalter ausspricht. Denn gerade die nationalen Wirtschaftsverbände üben diesbezüglich enormen Druck auf die Regierung aus.

„Es wäre mehr als angebracht wenn sich die Junge Generation in der Südtiroler Volkspartei auf diesem Gebiet nicht von anderen Organisationen instrumentalisieren lassen würde und vor allem zuerst ein wenig nachdenken würde“, ermahnt Helmuth Renzler.

Die derzeitige Rentenregelung in Italien ist vor allem für die jüngere Generation indirekt von Nachteil. Man bedenke nur, dass durch die derzeitigen Rentenbestimmungen eine ganze Generation an Großmüttern verloren gegangen ist. Diese Großmütter müssen nun bis 66 oder 67 Jahren arbeiten bevor sie ihre Rente beziehen können. Somit können junge Familien bei der Kinderbetreuung nicht mehr auf die Hilfe der Großmütter hoffen und müssen unter großen finanziellen Aufwendungen selbst für die Betreuung ihrer Kinder aufkommen. Bei einem flexiblen Renteneintrittsalter könnte diesem Umstand Rechnung getragen werden und die jungen Familien würden dadurch unweigerlich profitieren.

Ein flexibles Renteneintrittsalter wird zwar nicht die gesamte Arbeitslosigkeit beseitigen können, aber unweigerlich wird es dadurch leichter werden neue Arbeitsplätze für Jugendliche zu schaffen. Der alte und immer wieder praktizierte Versuch den Rentnern und öffentlich Bediensteten die Schuld an der wirtschaftlichen Situation Italiens zu geben ist leider abgedroschen und wirkungslos.

„Wahr hingegen ist, dass ein Rentensystem gut funktioniert und dies unabhängig von der Bezugsdauer der Renten und nach welchem System diese berechnet werden, wenn es eine große Anzahl von Beitragszahlern und eine gutes Wirtschaftswachstum sowie eine gute Produktivität gewährleistet ist. Alles Faktoren welche von der Wirtschaft gelöst werden müssen und sicherlich nicht dadurch das man ein flexibles Renteneintrittsalter verhindert“, unterstreicht Landtagsabgeordneter Helmuth Renzler.

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