Helmuth Renzler
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DER JAHRESBERICHT DES NISF/INPS ALS GRUNDLAGE EINER EFFIZIENTEN ARBEITNEHMERPOLITIK

Vortrag (3)[1]

DER JAHRESBERICHT DES NISF/INPS ALS GRUNDLAGE EINER EFFIZIENTEN ARBEITNEHMERPOLITIK



Laut Aussagen des Regionaldirektor des NISF/INPS Dr. Marco Zanotelli versteht sich der Jahresbericht des NISF/INPS Südtirols als die schriftliche Synthese der Tätigkeiten einer Körperschaft, die immer mehr als unersetzbare Stütze für das Modell unseres Sozialstaates anerkannt wird, ein Modell, in dem das partnerschaftliche Zusammenspiel aller sozialen Kräfte, der Arbeitnehmer und der Unternehmen eine wesentliche Rolle einnimmt. Diese Partnerschaft soll immer effizienter und aufmerksamer gestaltet werden und den Erfordernissen des Wirtschaftswachstums und der Wettbewerbsfähigkeit Rechnung tragen.

Der Jahresbericht  2015 des NISF/INPS bietet die Möglichkeit unser lokales Welfaresystem unter die Lupe zu nehmen und stellt einen Beitrag dar zum besseren Verständnis der Entwicklung des Arbeitsmarktes, der Unternehmen, der Rentenversicherung und der einkommensstützenden Maßnahmen für die Arbeitnehmer und deren Familien, auch unter Berücksichtigung geschlechtsbezogener Unterschiede.

Arbeit, Entwicklung und sozialer Zusammenhalt sind die drei Leitlinien auf deren Basis der Jahresbericht 2015 des NISF/INPS erstellt wurde.

Soweit  kann man den Worten des Regionaldirektor des NISF/INPS voll zustimmen, aber der Jahresbericht 2015 iausst weit mehr . Er ermöglicht es uns Arbeitnehmern in der SVP über genaue Zahlen zu verfügen welche es uns ermöglichen eine Wirtschaftspolitik zu unterstützen welche als vorrangiges Ziel die Schaffung von guten, qualifizierten und zeitlich unbefristeten Arbeitsplätzen hat. Die Daten des NISF/INPS ermöglichen uns aber auch eine sehr genaue Kontrolle über die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen . So kann genau ermittelt werden ob die von der Landesregierung getätigten Maßnahmen auch wirklich den Arbeitnehmern Vorteile erbringen oder ob sie nur dazu führen den Profit einzelner Unternehmen zu stärken. Dies darf und kann es aber nicht sein und deshalb ist dieser Jahresbericht für uns sehr wertvoll und wichtig. Wir können den Bericht sehr gut lesen und interpretieren, da er auf realen Zahlen beruht, und werden ihn auch im Interesse der ArbeitnehmerInnen benutzen und verwenden. Missbräuche bei der Wirtschaftsförderung des Landes werden wir mit Hilfe diese Berichtes schonungslos entlarven und aufzeigen.

Beim NISF/INPS waren am 31.12.2014 insgesamt 283.562 Beschäftige eingetragen und davon 49.258 Öffentlich Bedienstete (siehe Tabelle). Auffallend ist aber das die Anzahl der Lohnabhängigen in der Privatwirtschaft von 146.412 Stück im Jahr 2012 auf 144.658 Stück im Jahr 2013 gesunken ist. Im Jahr 2014 konnte wieder eine geringfügige Zunahme auf 144.897 Stück verzeichnet werden. Die Daten der ersten 4 Monate des Jahres 2015 zeigen einen weiteren geringfügigen Anstieg an. Bedenklich ist aber vor allem, dass auch die Anzahl der zeitlich befristeten Arbeitsverhältnisse wieder geringfügig ansteigt. Wünschenswert wäre es allerdings wenn die Anzahl dieser Arbeitsverhältnisse sinken würde und die Anzahl der zeitlich unbefristeten Arbeitsverhältnisse massiv ansteigen würde. Die von der italienischen Regierung verfügten Maßnahmen für die Unternehmen, welche zeitlich befristete Arbeitsverhältnisse in zeitlich unbefristete Arbeitsverhältnisse umwandeln, sollten auch in Südtirol ihre Früchte tragen. Zu diesen staatlichen Maßnahmen hat die Landesregierung den Unternehmen auch eine massive IRAP-Reduzierung gewährt um dadurch Arbeitsplätze zu erhalten bzw. neue zu schaffen. Die ArbeitnehmerInnen in der SVP haben diese Maßnahme begrüßt und unterstützt und haben dadurch der Wirtschaft einen Vertrauensvorschuss gewährt in der Hoffnung  das diese die ihnen gewährte beträchtliche finanzielle Unterstützung auch für die Erhaltung der Arbeitsplätze bzw. Schaffung neuer Arbeitsplätze verwenden. Wir werden dies dann sicherlich auf der Grundlage des Jahresberichtes des NISF/INPS 2016 verifzieren können und tun. Auffallend ist bei der Analyse des Jahresberichtes 2015 vor allem dass die Anzahl der Hausangestellten seit dem Jahr 2012 konstant  angestiegen ist. Dies ist wohl darauf zurückzuführen dass in diese Kategorie von ArbeitnehmerInnen auch die auf dem freien Arbeitsmarkt rekrutieren Pflegkräfte fallen.



 

Dies eine erste Analyse, aber wir werden sicherlich im Laufe des Jahres noch öfters auf die im Jahresbericht des NISF/INPS 2015 angeführten Zahlen und Daten zurückgreifen um eine gezielte Arbeitnehmerpolitik verwirklichen zu können. Arbeitnehmerpolitik ist nämlich nicht nur Sozialpolitik sondern auch Wirtschaftspolitik und vor allem Gesellschaftspolitik.

Bozen, den 26. Juli 2015                                                                                                                                         Helmuth Renzler