Helmuth Renzler
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Familien und Rente 0

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Das Thema Familie und Rente ist ein Dauerbrenner wobei sich zwei gänzlich unterschiedliche Sachbereiche untereinander vermischen und häufig dadurch, auch aufgrund der individuellen Wahrnehmung einzelner Familienmitglieder, zu großen Unsicherheiten und realitätsfernen Vorstellungen und Wünsche führen.

Familie ist der Mittelpunkt unserer Gesellschaft und soll damit auch den ihr gebührenden Stellenwert in unserer Gesellschaft erhalten und zwar unabhängig davon wie viel dies der Gesellschaft kosten wird. Allerdings wenn man die Familien mit der Altersvorsorge ihrer Mitglieder in Verbindung bringt, darf sich die Diskussion nicht ausschließlich auf die Anerkennung von Mutterschaftszeiten, Pflegezeiten oder die finanzielle Absicherung der Mütter reduzieren sondern muss bei der Absicherung von den Kleinkindern beginnen und bis hin zu den Großeltern reichen. Bei dieser notwendigen Diskussion kann man sich aber leider nicht des Eindruckes erwehren dass dabei fachliche Inkompetenz und alt her gebrachte Vorstellungen die Überhand haben. Einige der notwendigen Maßnahmen könnten sehr schnell und verhältnismäßig einfach gelöst werden und dies auch bei geringem finanziellen Aufwand.

Für Kleinkinder sollten die Eltern sich schon frühzeitig überlegen ob es nicht sinnvoll wäre für diese in einen Rentenzusatzfonds kleine Beträge einzuzahlen wobei die Eltern die dafür vorgesehenen steuerlichen Vorteile voll ausschöpfen sollten. Eine Maßnahme die dazu führen wird, den Kleinkindern und später Jugendlichen schon von Kindheit an beizubringen dass Ihre zukünftige Altersversorgung auch durch Eigenverantwortung und Eigeninitiative mit gestaltet werden muss und nicht mehr allein der öffentlichen Verwaltung oder den öffentlichen Rentenversicherungsanstalten überlassen werden darf und kann.

Dasselbe gilt aber auch bei der Anerkennung für den Rentenanspruch von Mutterschafts-, Erziehungs- und Pflegezeiten sowie bei Teilzeitarbeit. Die Forderung nach Anerkennung dieser Zeiten durch den Gesetzgeber ist zwar verständlich und soll auch weiterhin vorangetrieben werden ist aber wenig zielführend. Durch die Berechnung der zukünftigen Renten ausschließlich nach dem beitragsbezogenem System ist es nicht mehr so wichtig eine große Anzahl von Versicherungsjahren aufscheinen zu haben als vielmehr eine hohes individuelles Beitragskapital angespart zu haben. Daraus ergeben sich somit Lösungsvorschläge welche von den althergebrachten Vorstellungen stark abweichen, aber leichter umsetzbar sind und vor allem auch auf lokaler Ebene durchgeführt werden können. Es gilt dabei zu bedenken dass es eines direkten Zusammenspieles zwischen staatlicher -, regionaler – Landesgesetzgebung und familienfreundlichen sowie flexiblen Arbeitszeiten bedarf damit den Mitgliedern der Familien auch eine angemessene Altersversorgung garantiert werden kann wobei der gesamten Thematik Teilzeitarbeit ein verstärktes Augenmerk zuteil kommen muss, da die heutige Regelung für die Betroffenen weitaus ungünstiger ist als die bisherige wobei durch die Berechnung der zukünftigen Rente nach dem beitragsbezogenem System für die Teilzeitbeschäftigten schon die Altersarmut vorprogrammiert ist. Die letzten Rentenreformen haben nämlich dazu geführt das eine ganze Generation von Großmüttern nicht mehr, wie bisher, schon mit einem Lebensalter zwischen 58 und 60 Jahren ihre Rente beziehen kann sondern erst viel später und zwar erst mit einem durchschnittlichen Lebensalter zwischen 62 und 67 Jahren. Es ist leicht vorstellbar welche Auswirkungen dies auf junge Familien hat und haben wird.

Es gibt verschiedene Lösungsvorschläge welche alle den oben beschriebenen Sachverhalten Rechnung tragen wobei eine konkrete Maßnahme darin bestehen wird die Situation der Mütter welche, so wie im öffentlichen Dienst schon möglich, bis zu drei Jahren nach Geburt des Kindes einen unbezahlten Wartestand beanspruchen wollen, dahingehend finanziell zu unterstützen, das beim NISF/INPS die entsprechenden geschuldeten freiwilligen Beitragsweiterzahlungen direkt vom Land oder der Region durchgeführt werden und die betroffenen Familien somit kein eigenes Geld dafür aufwenden müssen. Durch diese Maßnahme obliegt es dann den einzelnen Familien zu bewerten ob Sie dieses Angebot annehmen wollen, können oder nicht. An einer diesbezüglichen Konvention mit dem NISF/INPS wird zur Zeit gearbeitet und es bestehen durchaus berechtigte Hoffnungen diese Konvention in absehbarer Zeit abschließen zu können. Abschließend kann ohne Zweifel festgestellt werden, dass eine ordentliche Familienpolitik nicht ohne eine gleichzeitige gute Absicherung bei der Altersvorsorge aller ihrer Mitglieder zielführend und zeitgerecht ist.

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