Helmuth Renzler
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Kündigungs- und Entlassungsschutz auf keinen Fall aufweichen

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Kündigungs- und Entlassungsschutz auf keinen Fall aufweichen

SVP-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der ArbeitnehmerInnen Helmuth Renzler verwehrt sich strikt gegen die Abschaffung des Art. 18 des Arbeiterstatus, wie von Wirtschaftskreisen gefordert. Kündigungen nach Willkür des Arbeitgebers sind nicht tolerierbar und ganz sicher nicht die Lösung der Probleme der Unternehmer.

Bereits vor mehr als 40 Jahren, im Mai 1970, hat der italienische Gesetzgeber die Bestimmungen zum Schutz der ArbeitnehmerInnen erlassen. Artikel 18 dieses Arbeiterstatus beschäftigt sich mit unrechtmäßigen Entlassungen und ist bis heute von größter Notwendigkeit, ja um nicht zu sagen wichtiger denn je. „Wenn die Unternehmer nun auf eine Modernisierung oder Reform dieses Artikels pochen, dann verkennen sie nicht nur die Zeichen der Zeit sondern schaffen auch ein Klima des Misstrauens und der Verunsicherung in der Arbeiterschaft. Ganz besonders in Zeiten der wirtschaftlichen Krise und der großen Arbeitslosigkeit ist eine derartige Forderung auf keinen Fall zumutbar oder sinnvoll. Die hohen Arbeitslosenzahlen sinken deshalb ganz sicher nicht, im Gegenteil“, stellt der Vorsitzende der ArbeitnehmerInnen klar.

Die Unternehmer müssten ihre Hausaufgaben selber machen. Es sei wenig fair oder Ziel führend die bestehenden und zum Teil hausgemachten Probleme der angeschlagenen Wirtschaftslage auf die ArbeitnehmerInnenschaft abzuwälzen. Die ArbeitnehmerInnen hätten in den letzten Jahren genug Opfer gebracht und unsichere Zeiten durchlebt. Unternehmerverbandspräsident Stefan Pan spricht von Gegenseitigem Vertrauen zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer und vergisst dabei allerdings wohlwissentlich zu sagen, dass dieses Vertrauen von den Unternehmen selbst zerstört worden ist. Massenentlassungen in den vergangenen Jahren haben dies deutlich vor Augen geführt. Wer entscheidet eigentlich wann ein Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht mehr gegeben ist? Etwa der Arbeitgeber wenn ein Arbeitnehmer über 50 Jahre alt ist und physisch nicht mehr die Leistung, nachdem er ich ein Leben lang für seinen Arbeitgeber abgerackert und eingesetzt hat, eines dreißigjährigen erbringen kann?

Man kann sicherlich über eine Reform des Arbeiterstatutes nachdenken und dieses an die modernen Erfordernisse anpassen, wobei allerdings der Schutz des Arbeitnehmers und seine Würde immer im Vordergrund stehen müssen. Die Abschaffung des Art. 18 des Arbeiterstatutes ist aber sicherlich nicht der richtige Weg und deshalb sprechen sich die SVP-ArbeitnehmerInnen und deren Vorsitzender Landtagsabgeordnete Helmuth Renzler klar dagegen aus.

„Arbeit ist ein von der italienischen Verfassung garantiertes Grundrecht und darf nicht einfach der Willkür einzelner Interessensgruppen und der Finanzwelt überlassen werden und somit muss weiterhin gewährleistet werden, dass bei ungerechtfertigter einseitiger Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitgeber eine Wiedereingliederung in das Unternehmen des entlassenen Arbeiternehmers gewährleistet sein muss. Nur eine finanzielle Entschädigung für eine ungerechtfertigte Entlassung ist zu billig und nicht menschenwürdig um begangenes Unrecht an den Arbeitnehmer wieder gutzumachen“, sagt Landtagsabgeordneter Helmuth Renzler.