Helmuth Renzler
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Kleine Soziallehre: Einkommensumverteilung 0

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Einkommensumverteilung

Mit diesem ersten Beitrag einer Serie über Sozialthemen sollen hier die einzelnen langläufigen Begriffe erklärt und erläutert werden, da ich mich des Eindruckes nicht erwehren kann, dass viele Personen welche diese Begriffe oft in den Mund nehmen gar nicht wissen wovon sie reden. Vielleicht helfen diese Beiträge hier Klarheit zu schaffen.

Die Umverteilung der Einkommen als Mittel zur Verbesserung der Lebensumstände wurde zu einem der wichtigsten Instrumente der Sozialpolitik ausgebaut. Diese Umverteilung funktioniert zweifach: einerseits horizontal und anderseits vertikal. Die horizontale Umverteilung des Einkommens kommt in allen Zweigen der Sozialversicherungen vor: von den Erwerbstätigen zu den Pensionierten, von den Beschäftigten zu den Arbeitslosen, von den Gesunden zu den Kranken, von den Personen ohne Unterhaltspflichten gegenüber Kindern zu solchen mit Unterhaltspflichten. Zum einen werden Prämien und Steuern einbezahlt, zum andern werden Einkommenstransfers an die Anspruchsberechtigten des Sozialversicherungssystems gewährt. Die staatlichen Transferleistungen machen heute in den industrialisierten Ländern ein beträchtliches Volumen – in der Größenordnung von 15 bis 25 Prozent der volkswirtschaftlichen Ressourcen – aus. Bei der vertikalen Umverteilung geht es um einen Transfer von Ressourcen und Kaufkraft von einkommensstarken zu einkommensschwachen Kategorien, wobei verschiedene Interventionsmethoden Verwendung finden wie Steuern, Preiskontrollen, Subventionen und Bereitstellung bestimmter Güter und Dienstleistungen (Bildung, Gesundheit und Wohnen). Diese Form der Umverteilung wird vor allem durch das Steuersystem und die öffentliche Ausgabenpolitik bewirkt; es gibt aber noch andere Möglichkeiten zu einer gerechteren Umverteilung der Einkommen, z.B. Einführung eines Mindesteinkommens und einer Mindestrente sowie Steuerbefreiung für schlecht entlohnte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

Roland Sigg

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