Helmuth Renzler
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Die Menschen werden älter, aber die Älteren bleiben jung

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Die Menschen werden älter, aber die Älteren bleiben jung

Die Anhebung des Renteneinstiegsalters bringt große Herausforderung für die Gesellschaft und die Arbeitswelt mit sich. Angesichts der steigenden Lebenserwartung und der Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit und Bildung bedeutet ein verlängertes Erwerbsleben für viele Menschen auch vor allem die Chance auf verlängerte berufliche und gesellschaftliche Teilnahme. Die Fortschritte in der Medizin haben dazu beigetragen, die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in Südtirol deutlich zu erhöhen. Verlängert hat sich dabei aber nicht nur die durchschnittliche Lebenserwartung sondern vor allem auch die gesunde und aktive Zeitspanne des Lebens. Für viele Ältere sind die Jahre im Alter gewonnene Jahre, die sie bei guter Gesundheit selbstbewusst und selbstbestimmt gestalten wollen. Sie möchten sich mit ihren sozialen, kulturellen und beruflichen Lebenserfahrungen einbringen, sie sind leistungsfähig und stehen neuen technologischen Entwicklungen aufgeschlossen gegenüber. Mit ihrem Wissen und ihrer Berufserfahrung können sie auch im Erwerbsleben länger aktiv bleiben, sind gefragt und notwendig. Der demographische Wandel erfordert einen neue Bewertung des Alters. Dazu gehören Anerkennung und Förderung des aktiven Alterns. Nicht zuletzt heute noch zögernde Unternehmen sollte vor Augen geführt werden, dass diese Entwicklung insbesondere als Chance zu begreifen ist. Die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters, so wie von der neuen Monti-Rentenreform vorgesehen, ist vor diesem Hintergrund vor allem auch ein Appell an die Verantwortlichen in den Betrieben und Unternehmen ihre Personalplanung und Arbeitsorganisation auf die sich verändernden Rahmenbedingungen einzustellen. Es liegt also nahe und ist im Interesse der Unternehmen selbst, die spezifischen Potenziale der älteren Arbeitnehmer zu fördern und die verlängerte Lebensarbeitszeit zu nutzen. Arbeit ist das halbe Leben und für viele ist mit diesem Sprichwort die Wirklichkeit zutreffend beschrieben. Wer mit einem Lebensalter von 15 oder 16 Jahre seine Lehre beginnt, hat 45 bis 46 Jahre Arbeit vor sich. Das geht nur dann gut, wenn Unternehmen Arbeitsplätze und Arbeitsverhältnisse so gestalten, dass sie es das Altern der Belegschaften mitmachen, damit ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre besonderen Stärken im Arbeitsalltag auch einsetzen können und Schwächen kompensiert werden. Neue Formen der Arbeitsorganisation und spezifische, auf die Belegschaft des Unternehmens zugeschnittene Programme zur Personalentwicklung und Weiterbildung werden dafür immer wichtiger. Deshalb mein Aufruf an alle Unternehmen und Betriebe Südtirols diesem Sachverhalt Rechnung zu tragen und dafür zu Sorgen das den älteren Arbeitnehmern bis zum Renteneintritt einen sicheren Arbeitsplatz garantiert werden kann. Die Politik muss allerdings dafür die Rahmenbedingungen schaffen.

2. Februar 2014                                                                                                                      Helmuth Renzler