Helmuth Renzler
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Interview-Pensionen 0

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In letzter Zeit leisten sich bestimme Politiker wohl einiges, selbst apokalyptische Prophezeiungen was Pensionsauszahlungen angeht. Ein bekannter italienischer Politiker meinte vor nicht langer Zeit, dass Italien sehr bald kein Geld mehr haben wird die Pensionen zu bezahlen. Wie sehen Sie das als Experte?

 

ANTWORT:

 

Das ist reine Demagogie und Panikmacherei. Italien hat in den letzten 20 Jahren bahnbrechende Rentenreformen durchgeführt und liegt in diesem Bereich in Europa an erster Stelle. Die Finanzierung der Renten und Pensionen ist für die nächsten 50 Jahre und darüber hinaus gesichert. Damit ein modernes Rentensystem funktionieren kann müssen allerdings 3 Voraussetzungen erfüllt werden und Zwar: 1. Es bedarf einer großen Anzahl von Beitragszahlern; 2. Es muss ein gutes Wirtschaftswachstum gewährleistet sein und 3. Es muss eine gute Produktivität erreicht werden. Alle diese drei Faktoren müssen schnellstens von der Politik und der Wirtschaft durch verschiedene strukturelle Reformen umgesetzt werden und deshalb muss die Beschäftigungspolitik wieder absoluten Vorrang in der italienischen und Südtiroler Politik erhalten. Ich wage sogar zu Behaupten dass man auf dem Gebiet der Rentenpolitik wieder einen Schritt zurück gehen muss und das Renteneintrittsalter für die Frauen wieder senken muss. Mit der heutigen Regelung geht nämlich eine ganze Generation an Großmüttern verloren mit allen sich dadurch ergebenden negativen Folgen für die Jungfamilien und für die Pflege älterer Mitmenschen. Ohne Großmütter müssen junge Familien ihre Kinder in öffentlichen Strukturen unterbringen mit den entsprechenden Kosten für die Familien. Bei den heutigen niedrigen Löhnen wird dies dann zu einer beinahe unüberwindbaren finanziellen Belastung für diese jungen Familien. Dasselbe gilt für die Pflege der Eltern und Schwiegereltern die dann von der öffentlichen Hand alleine nicht mehr bewältigt werden kann.

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