Helmuth Renzler
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Meine Rede auf der 8. SVP-Landesseniorenversammlung am 1. Oktober 2013. Aufruf an alle Unternehmen und Betriebe Südtirols 0

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KAMPF GEGEN DIE ALTERSARMUT

 

In Menschenwürde und Fairness das Alter verbringen.

 

Der Großteil der Südtiroler Bevölkerung wird zunehmend ärmer. Der Kampf gegen die Armut in Südtirol beginnt mit Fairness und Menschenwürde wobei der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit für Jung und Alt im Vordergrund stehen muss. Vollbeschäftigung ist durchaus wieder möglich wenn man schon vorbeugend dafür sorgt, dass älteren Mitarbeiter bis zum Renteneintritt ihr Arbeitsplatz erhalten wird.  Fair ist wenn endlich auch in Südtirol die Steuergerechtigkeit Einzug hält und gleiche Chancen in der Vorsorge für Alle geschaffen werden.   Menschenwürde ist angesagt wenn endlich die Forderung der SVP-Senioren auf Erhöhung der Mindestrente auf 700 Euro monatlich Netto für jene 5000 Südtiroler, welche  Alleinstehend sind und kein anderes Einkommen besitzen, unbürokratisch umgesetzt wird. Menschenwürde bedeutet aber auch, dass Sofortmaßnahmen durchgeführt werden müssen um der Verarmung der älteren Bevölkerung vorzubeugen. Solche Maßnahmen sind unter anderem auch die finanzielle Absicherung der Pflegesicherung,   welche mittelfristig in eine Pflegeversicherung umgewandelt werden muss und deren Finanzierung auf breitere Beine als bisher gestellt werden muss  wobei besonders auf die Qualität der gewährten Dienstleistung ein besonderes Augenmerk gelegt werden muss. Die Landesregierung beteuert immer wieder das dafür die notwendigen finanziellen Mittel vorhanden sind aber in Zeiten der Wirtschaftskrise ist es immer wieder notwendig darauf hinzuweisen das die Pflegesicherung für den Südtiroler Bürger weiterhin kostenlos sein muss und deshalb alles getan werden muss um deren Finanzierung auch weiterhin abzusichern. Eine Beteiligung der älteren Bevölkerung an der Finanzierung der Pflegeversicherung  wäre menschenunwürdig da sie dazu beiträgt die Verarmung der Südtiroler Familien und Senioren zu beschleunigen und wäre somit in keinster Weise fair. Deshalb die Bitte und Forderung seitens der SVP-Senioren an die zukünftige Landesregierung: Einmal getan ist besser als zehnmal gesehen oder hundertmal gehört. Der sofortige Kampf der Armut in Südtirol bedeutet aber auch dass endlich die von den lohnabhängigen Arbeitnehmern bezogenen Entlohnungen wieder erhöht werden und der Realität angepasst werden mit der Folge dass dadurch der interne Konsum angekurbelt wird und somit wieder ein Wirtschaftswachstum erzeugt werden kann und dies auch zum Vorteil der Wirtschaftstreibenden. Dies hat aber auch direkt zur Folge, dass sich dadurch auch automatisch die zukünftigen Pensionen der neuen Rentner erhöhen und somit ein weiterer Schritt gegen die Altersarmut durchgeführt wäre. Fair ist somit dass es in Südtirol wieder möglich sein muss mit einem Vollzeitarbeitsverhältnis so viel zu verdienen dass man davon auch wieder normal leben kann. Dasselbe gilt auch für die Renten und Pensionen. Alle diese Anregungen und Forderungen können bei etwas gutem Willen sofort durchgeführt und umgesetzt werden. Der Kampf der Armut in Südtirol muss absolute Priorität erhalten.  Die Anhebung des Renteneinstiegsalters bringt große Herausforderung für die Gesellschaft und die Arbeitswelt mit sich. Angesichts der steigenden Lebenserwartung und der Verbesserungen in den Bereichen Gesundheit und Bildung bedeutet ein verlängertes Erwerbsleben für viele Menschen auch vor allem die Chance auf verlängerte berufliche und gesellschaftliche Teilnahme. Die Fortschritte in der Medizin haben dazu beigetragen, die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen in Südtirol deutlich zu erhöhen. Verlängert hat sich dabei aber nicht nur die durchschnittliche Lebenserwartung sondern vor allem auch die gesunde und aktive Zeitspanne des Lebens. Für viele Ältere sind die Jahre im Alter gewonnene Jahre, die sie bei guter Gesundheit selbstbewusst und selbstbestimmt gestalten wollen. Sie möchten sich mit ihren sozialen, kulturellen und beruflichen Lebenserfahrungen einbringen, sie sind leistungsfähig und stehen neuen technologischen Entwicklungen aufgeschlossen gegenüber. Mit ihrem Wissen und ihrer Berufserfahrung können sie auch im Erwerbsleben länger aktiv bleiben, sind gefragt und notwendig. Der demographische Wandel erfordert eine neue Bewertung des Alters. Dazu gehören Anerkennung und Förderung des aktiven Alterns. Nicht zuletzt heute noch zögernde Unternehmen sollte vor Augen geführt werden, dass diese Entwicklung insbesondere als Chance zu begreifen ist. Die schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters, so wie von der neuen Monti-Rentenreform vorgesehen, ist vor diesem Hintergrund vor allem auch ein Appell an die Verantwortlichen in den Betrieben und Unternehmen ihre Personalplanung und Arbeitsorganisation auf die sich verändernden Rahmenbedingungen einzustellen. Es liegt also nahe und ist im Interesse der Unternehmen selbst, die spezifischen Potenziale der älteren Arbeitnehmer zu fördern und die verlängerte Lebensarbeitszeit zu nutzen. Arbeit ist das halbe Leben und für viele ist mit diesem Sprichwort die Wirklichkeit zutreffend beschrieben. Wer mit einem Lebensalter von 15 oder 16 Jahre seine Lehre beginnt, hat 45 bis 46 Jahre Arbeit vor sich. Das geht nur dann gut, wenn Unternehmen Arbeitsplätze und Arbeitsverhältnisse so gestalten, dass sie das Altern der Belegschaften mitmachen, damit ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre besonderen Stärken im Arbeitsalltag auch einsetzen  können und Schwächen kompensiert werden. Neue Formen der Arbeitsorganisation und spezifische, auf die Belegschaft des Unternehmens zugeschnittene Programme zur Personalentwicklung und Weiterbildung werden dafür immer wichtiger.  Deshalb mein Aufruf an alle Unternehmen und Betriebe Südtirols diesem Sachverhalt Rechnung zu tragen und dafür zu Sorgen das den älteren Arbeitnehmern  bis zum Renteneintritt einen sicheren Arbeitsplatz garantiert werden kann.  Durch diese Maßnahme kann  das wohl wichtigste Ziel für uns maßgebend gelöst bzw.  angepasst werden: Die Altersarmut verhindern denn Vorbeugen ist besser als heilen.

Zum Schluss möchte ich aber allen politischen Vertretern Danken welche das notwendige Verständnis für die berechtigten Anliegen der Senioren aufbringen. Alle Maßnahmen welche in diesen Bereichen gesetzt werden müssen vorher politisch entschieden werden und von der gesamten SVP anschließend mitgetragen werden. Maßnahmen welche dazu beitragen die Altersarmut einzudämmen, und dazu gehört auch das ABO plus, dürfen nicht als ein Geschenk einzelner Politiker betrachtet werden sondern müssen   auf  der Grundlage auf einer soliden politischen Entscheidung erlassen werden und dadurch ein unwiderrufliches Recht  werden. Senioren haben ein Recht darauf dass die von ihnen gestellten Forderungen und Bedürfnisse gleich behandelt werden wie alle anderen Belange des politischen und wirtschaftlichen Geschehens und nicht nur als kleines Übel abgetan zu werden bzw. als Almosen betrachtet zu werden. Jede Maßnahme welche für Senioren gesetzt wird ist ein von der Gesellschaft anerkannte Notwendigkeit und kein Geschenk einzelner Politiker.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen noch einen schönen Nachmittag und ersuche sie um Ihre Unterstützung bei den kommenden Landtagswahlen am 27. Oktober. Machen Sie von ihren Recht Gebrauch. Gehen Sie zur Wahl und nützen Sie die Möglichkeit aus um 4 Vorzugsstimmen zu geben.

Herzlichen Dank

Bozen, den 1. Oktober 2013                                                                      Helmuth Renzler

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